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Spätestens die Ergebnisse der PISA-Studie haben die Probleme des deutschen Bildungssystems wieder ins Zentrum der öffentlichen Diskussion gerückt. Gerade Schulen in sogenannten »Problemvierteln« scheitern häufig an ihrem Bildungs- und Integrationsauftrag. Helga Dagyeli-Bohne führte bereits zu Beginn der 90er Jahre an einem Schulzentrum mit hohem Migrantenanteil Versuche mit Interkulturellem Sprachunterricht durch. Dabei arbeitete sie im Literaturunterricht mit Texten des Romanciers Yasar Kemal, eines der wichtigsten zeitgenössischen Autoren der Türkei und setzt diese in Beziehung zu Texten der deutschen Romantik. Im vorliegenden Band werden Leben und Werk des Autors zunächst vor ihrem politischen und literaturgeschichtlichen Hintergrund dargestellt. Schwerpunkt sind Kemals Memed-Romane. Motive, Symbole, Formen und Farben werden auf ihren mythologischen und sozialen Gehalt hin untersucht. Weitere wichtige Themen sind die Stellung der Frau und deren Darstellung bei Kemal, sowie die islamische und vorislamische Mystik. Während im ersten Band die literarische Analyse von Kemals Werk im Vordergrund steht, befasst sich der nachfolgende Band vorrangig mit der schulischen Praxis. Mehr…
Helga Dagyeli-Bohne arbeitete als Lehrerin an einer Gesamtschule in Nürnberg. In mehrjährigen Schulprojekten beschäftigte sie sich mit der Vermittlung türkischer Literatur im Deutschunterricht. Bekannt wurde sie als Übersetzerin türkischer Autoren wie Nazim Hikmet, Sait Faik und Yasar Kemal. Diese Arbeit basiert auf ihrer Dissertation an der Universität Nürnberg-Erlangen. |
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»Die Tatsache, dass die SchülerInnen von Helga Dagyeli-Bohne durch den handlungs- und produktionsorientierten Umgang mit dem Werk Yasar Kemals wieder Lust auf Literatur bekommen haben und ihre Weltsicht in interkultureller Hinsicht erweitern konnten, sollte viele LehrerInnen motivieren, sich wenigstens auf ein eigenes Unterrichtsprojekt einzulassen - um dann aus eigener Erfahrung in dieser Richtung weiterzuarbeiten. Das wünsche ich der Autorin und den SchülerInnen in Deutschland von ganzem Herzen..«
Jutta Wolfram | |
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