Das einflußreichste Werk von Georg Lukács (1885-1971) ist die Aufsatzsammlung "Geschichte und Klassenbewußtsein", ein Grundlagentext des westlichen Marxismus und der kritischen Theorie. 1923 erschienen, sorgte sie sofort für hitzige Kontroversen und brachte Lukács viel Kritik ein: dem sozialistischen Lager war sie zu marxistisch, den Leninisten nicht linientreu genug. Schon früh distanzierte sich Lukács von diesen Schriften, sowohl unter dem Eindruck ihrer immanenten theoretischen Widersprüche, als auch durch seine eigene Entwicklung zum stalinistischen Kader. An ihrer Wirkung änderte dies allerdings nichts. Der Band enthält Lukács' Aufsätze "Was ist orthodoxer Marxismus?" und "Die Verdinglichung und das Bewußtsein des Proletariats" aus "Geschichte und Klassenbewußtsein" (Beide Aufsätze werden nach dem zweiten Band der Werkausgabe abgedruckt; die Seitenzahlen dieser Ausgabe werden zusätzlich angeführt). Darum kreisen die Beiträge von Gerhard Stapelfeldt, Denis Maier, Fabian Kettner, Biene Baumeister/Zwi/Negator, Timothy Hall, Joachim Bruhn, Robert Fechner, Stephan Grigat, Hans-Martin Lohmann, Gerhard Scheit und Moishe Postone.
520 S. SC |